Numerus clausus · Medizinstudium Schweiz

Numerus clausus Medizin Schweiz: was er ist und wie du ihn schaffst.

Wo der NC 2027 gilt, was er mit dem EMS zu tun hat, wie die Zulassung läuft und was aus der Abschaffung geworden ist.

Stand: 3. Oktober 2026

Was heisst Numerus clausus?

Numerus clausus, kurz NC, bedeutet «beschränkte Zahl»: Es gibt weniger Studienplätze, als sich Leute bewerben, also wird ausgewählt. In der Schweiz betrifft das vor allem die Medizin: Humanmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin und Chiropraktik an den Universitäten der Deutschschweiz und des Tessins.

Der NC ist dort keine Dauereinrichtung, sondern wird jedes Jahr neu beschlossen. Nach Ablauf der Voranmeldung bei swissuniversities (15. Februar) wird geprüft, ob die Anmeldungen die Plätze übersteigen. Ist das der Fall, empfiehlt swissuniversities den Universitäten die Zulassungsbeschränkung; der Entscheid liegt bei den Universitäten und ihren Trägerkantonen. Seit 1998 war das jedes Jahr so.

Wo gilt der Numerus clausus 2027?

Für das Studienjahr 2027/28 beschränken diese Hochschulen den Zugang zu ihren medizinischen Studiengängen nach dem Ergebnis im Eignungstest:

  • Universität Basel
  • Universität Bern
  • Universität Freiburg
  • Universität Zürich, einschliesslich der Studiengänge Zürich–Luzern und Zürich–St. Gallen
  • Università della Svizzera italiana (USI), Lugano
  • ETH Zürich (Bachelor Humanmedizin)

Die Universitäten Genf, Lausanne und Neuenburg kennen keinen Eignungstest. Dort beginnen alle, und die Auslese passiert mit den Prüfungen am Ende des ersten Studienjahres.

Numerus clausus und EMS: der Unterschied

Im Alltag sagen viele «NC» und meinen den Test. Genau genommen ist der Numerus clausus die Regel, dass die Plätze beschränkt sind, und der Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) das Werkzeug, mit dem die Reihenfolge festgelegt wird. Wer «den NC schaffen» will, braucht also ein gutes Ergebnis im EMS.

Der grösste Unterschied zu Deutschland: In der Schweiz spielen die Maturanoten keine Rolle. Es zählt allein der Rang im Test, und der Test prüft kein Schulwissen, sondern Studierfähigkeit: Textverständnis, Muster erkennen, räumliches Denken, Merkfähigkeit, Umgang mit Zahlen, Diagrammen und Tabellen sowie konzentriertes Arbeiten.

Der Weg zum Studienplatz

  1. Voranmeldung zum Medizinstudium bei swissuniversities bis 15. Februar 2027. Ohne sie geht nichts, auch nicht der Test.
  2. Entscheid, ob ein Numerus clausus nötig ist und der Test stattfindet; danach kommt die Einladung zur Testanmeldung, etwa Mitte April.
  3. Anmeldung zum Test bis 45 Tage vorher, für 2027 bis 25. Mai, mit der Gebühr von CHF 300.
  4. Testtag am Freitag, 9. Juli 2027, an einem der Testorte in deiner Sprache.
  5. Ergebnis und Zuteilung der Studienplätze Ende Juli, Bestätigung des Platzes Anfang August.

Ein Testergebnis gilt ein Jahr: Wer leer ausgeht, kann es im nächsten Jahr übertragen oder den Test wiederholen; dann zählt das letzte Ergebnis. Die Voranmeldung muss in jedem Fall wieder gemacht werden.

Wird der Numerus clausus abgeschafft?

2024 haben Nationalrat und Ständerat eine Motion angenommen, die den Numerus clausus in der Medizin abschaffen will, um mehr Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz auszubilden. Umgesetzt ist das bisher nicht: Der Bundesrat hält fest, dass der Bund in diesem Bereich keine Kompetenz hat, denn die Universitäten gehören den Kantonen. Ob die Zulassung beschränkt wird, entscheiden darum weiterhin die Universitäten und ihre Kantone, Jahr für Jahr.

Für 2027 ist der Test ausgeschrieben, mit Voranmeldung bis 15. Februar und Testtag am 9. Juli. Plane also so, als ob der EMS stattfindet, und prüfe im Frühjahr auf der Seite von swissuniversities, ob sich etwas geändert hat.

So schaffst du den Numerus clausus

  • Kenne den Test. Lies die offizielle Test-Info und löse die Beispielaufgaben und eine der veröffentlichten Originalversionen, einmal mit Uhr und am Stück.
  • Übe alle Aufgabengruppen. Der Rang entsteht aus dem ganzen Test. Eine schwache Gruppe kostet mehr, als eine starke bringt.
  • Übe unter Zeitdruck. Die meisten Punkte gehen nicht am Können verloren, sondern an der Zeit. Trainiere im Format des Tests, mit Aufgabenzahl und Minuten wie am Testtag.
  • Schau dir jeden Fehler an. Welche Falle war es, welcher Fehlertyp? Das bringt mehr als zehn neue Aufgaben.
  • Fang früh an. Verteile das Üben über den Winter und das Frühjahr und mach vor dem Test mindestens einen Volltest am Stück, wie am Testtag.

Häufige Fragen zum Numerus clausus

Zählt mein Maturaschnitt für den Numerus clausus?

Nein. Anders als in Deutschland ist der Numerus clausus in der Schweiz keine Notengrenze. An den Universitäten mit Zulassungsbeschränkung entscheidet allein das Ergebnis im Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) über den Studienplatz.

Was passiert, wenn kein Numerus clausus nötig ist?

Dann findet an dieser Universität kein Test statt, und alle, die sich fristgerecht vorangemeldet haben, erhalten einen Studienplatz. Ob ein NC nötig ist, zeigt sich jedes Jahr erst nach der Voranmeldung, also nach dem 15. Februar.

Kann ich den Numerus clausus umgehen?

Die Universitäten Genf, Lausanne und Neuenburg verzichten auf den Eignungstest; dort entscheidet die Auslese nach dem ersten Studienjahr, mit Unterricht auf Französisch. Ein Studienplatz an einer Universität mit NC führt nur über den EMS.

Wie viele Punkte brauche ich im EMS?

Es gibt keine feste Grenze. Die Plätze werden nach dem Test-Prozentrang vergeben, bis sie voll sind. Wie weit es reicht, hängt also davon ab, wie viele sich angemeldet haben und wie gut die anderen abschneiden.

Wird der Numerus clausus abgeschafft?

Das Parlament hat 2024 eine Motion zur Abschaffung angenommen. Weil die Hochschulbildung Sache der Kantone ist, entscheiden aber weiterhin die Universitäten und ihre Trägerkantone jedes Jahr, ob sie die Zulassung beschränken. Für 2027 gilt der NC mit EMS an Basel, Bern, Freiburg, Zürich, der USI und der ETH Zürich.

Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 3. Oktober 2026. Verbindlich sind nur die offiziellen Informationen: