EMS · Eignungstest für das Medizinstudium

Der EMS 2027: Ablauf, Untertests, Anmeldung.

Was der Eignungstest für das Medizinstudium ist, wann er 2027 stattfindet, wie er aufgebaut ist und wie du dich vorbereitest.

Stand: 3. Oktober 2026

Was ist der EMS?

Der Eignungstest für das Medizinstudium, kurz EMS, ist die Prüfung, mit der die Schweizer Universitäten mit Numerus clausus ihre Studienplätze in Human-, Zahn- und Veterinärmedizin sowie Chiropraktik vergeben. Seit 1998 wird er jedes Jahr an einem einzigen Tag im Juli durchgeführt, in Deutsch, Französisch und Italienisch.

Der Test prüft kein Schulwissen, sondern die Studierfähigkeit: wie gut du neue Informationen aufnimmst, Probleme erkennst und unter Zeitdruck sauber arbeitest. Alles, was du zum Lösen brauchst, steht in der Aufgabe. Entwickelt wird der EMS vom Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik (ZTD) der Universität Freiburg im Auftrag von swissuniversities; jedes Jahr gibt es eine neue, vorher unbekannte Version.

Aus deinen Punkten entstehen ein Testwert und daraus der Test-Prozentrang: Er sagt, wie viele der Teilnehmenden schlechter abgeschnitten haben als du. Nach diesem Rang werden die Plätze vergeben. Entscheidend ist also nicht, ob du «bestehst», sondern wo du im Vergleich zu den anderen stehst.

Termine 2027

Voranmeldung zum Medizinstudium bei swissuniversitiesbis 15. Februar 2027
Einladung zur Anmeldung zum Testetwa Mitte April 2027
Anmeldung zum Test und Gebühr von CHF 300bis 25. Mai 2027
Einladung mit Testlokal und Platznummerspätestens 10 Tage vorher
TesttagFreitag, 9. Juli 2027
Ergebnis und Zuteilung der StudienplätzeEnde Juli 2027
Bestätigung des StudienplatzesAnfang August 2027

Die Voranmeldung ist der wichtigste Termin: Wer sie verpasst, kann in diesem Jahr nicht am Test teilnehmen. Ob der Test an einer Universität stattfindet, zeigt sich erst nach der Voranmeldung, wenn feststeht, ob sich mehr Personen angemeldet haben, als es Plätze gibt.

Testorte auf Deutsch sind Basel, Bern, Chur, Luzern, St. Gallen und Zürich; in Freiburg wird der Test auf Französisch, in Lugano auf Italienisch geschrieben.

Aufbau und Untertests

Der EMS besteht aus 9 Aufgabengruppen in zwei Testheften, mit 3 Stunden 55 Minuten reiner Arbeitszeit. Eine eigentliche Pause gibt es nicht: Nach der Einprägephase wird Testheft A eingesammelt und Testheft B ausgeteilt, dann geht es weiter. Fast alle Aufgaben haben fünf Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine richtig ist. «Figuren und Fakten lernen» ist zweigeteilt: Im Testheft A prägst du dir Figuren und Personen ein, im Testheft B rufst du sie ab.

AufgabengruppeAufgabenZeit
Testheft A
Muster zuordnen1816 Min.
Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis1845 Min.
Objekte im Raum1810 Min.
Quantitative und formale Probleme1845 Min.
Figuren und Fakten lernen: einprägen18 + 154 + 6 Min.
Testheft B
Textverständnis1845 Min.
Figuren und Fakten lernen: abrufen365 + 6 Min.
Diagramme und Tabellen1845 Min.
Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten1600 Zeichen8 Min.

Die acht Untertests dahinter übt Kittelreif einzeln und als ganze Simulation, mit Aufgabenzahl und Zeit wie oben.

Punkte und Auswertung

  • Jede richtige Antwort gibt einen Punkt, eine falsche kostet nichts. Kreuze deshalb überall etwas an, auch wenn du raten musst.
  • Zwei Kreuze bei derselben Aufgabe geben null Punkte.
  • Nur der Antwortbogen zählt, nicht das Testheft. Übertrage jede Antwort sofort.
  • Innerhalb der laufenden Aufgabengruppe darfst du blättern und Aufgaben überspringen, aber nicht in eine andere Gruppe wechseln.
  • Ausnahme ist der Konzentrationstest: Dort werden Fehler abgezogen.
  • Aus den Punkten entstehen der Test-Prozentrang (TP), der über die Zulassung entscheidet, und der mittlere Rangplatz (MR), der bei Gleichstand zählt.

Am Testtag

Mitnehmen: das ausgedruckte Einladungsschreiben, einen gültigen Ausweis mit Foto, drei weiche Bleistifte (2B oder HB), Spitzer und Radiergummi, wenn du willst einen schwarzen oder blauen Filzstift für den Konzentrationstest, dazu Essen und Trinken. Ohrstöpsel sind erlaubt.

Nicht erlaubt sind Uhren jeder Art (die Zeit wird im Raum angezeigt), Handy, Smartwatch und andere elektronische Geräte, Taschen, Jacken, Etuis, Lineale, Korrekturmittel und leeres Papier. Sei früh da: Wer nach Testbeginn eintrifft, wird nicht mehr eingelassen.

Vorbereitung auf den EMS

Laut ZTD bereiten die offiziellen Unterlagen so gut vor wie kommerzielle Kurse: die Test-Info und die Beispielaufgaben von swissuniversities sowie die drei veröffentlichten Originalversionen aus dem Buchhandel. Lies die Test-Info ganz, löse die Beispielaufgaben und mindestens eine Originalversion unter echten Zeitbedingungen.

Was danach zählt, ist Routine unter Zeitdruck: jede Aufgabengruppe kennen, ihre Strategie beherrschen und das Tempo halten. Die meisten verlieren Punkte nicht, weil sie etwas nicht könnten, sondern weil die Zeit fehlt. Übe deshalb mit Uhr, im Format des Tests, und schau dir jeden Fehler an.

Fang früh an, am besten im Herbst oder Winter vor dem Test, und verteile das Üben über Monate statt auf die letzten Wochen. Ein Volltest, einmal wie am Testtag am Stück, zeigt dir, wie du die 3 Stunden 55 Minuten durchhältst.

Häufige Fragen zum EMS

Wie schwer ist der EMS?

Der Test ist so gebaut, dass im Schnitt nur etwa die Hälfte der Aufgaben richtig gelöst wird. Es geht nicht darum, alles zu schaffen, sondern mehr richtig zu haben als die anderen: Die Zulassung richtet sich nach dem Rang, nicht nach einer festen Punktzahl.

Was kostet der EMS?

Die Teilnahmegebühr beträgt CHF 300 und wird bei der Anmeldung zum Test online bezahlt. Die Voranmeldung zum Medizinstudium bei swissuniversities ist davon getrennt.

Kann ich den EMS wiederholen?

Ja. Wer keinen Platz erhält, kann sich im nächsten Jahr erneut anmelden und den Test wiederholen; dann zählt das letzte Ergebnis. Ein Ergebnis lässt sich auch ein Jahr lang übertragen, wenn die Voranmeldung bis 15. Februar wieder gemacht wird.

Zählen meine Maturanoten?

Nein. An den Universitäten mit Numerus clausus entscheidet allein das Testergebnis über den Studienplatz. Vorwissen aus der Schule hilft bei einzelnen Aufgabengruppen, geprüft wird es nicht.

Wird der EMS abgeschafft?

Das Parlament hat 2024 eine Motion zur Abschaffung des Numerus clausus angenommen, der Entscheid über eine Zulassungsbeschränkung liegt aber bei den Universitäten und ihren Kantonen. Für 2027 führen Basel, Bern, Freiburg, Zürich, die USI und die ETH Zürich den Test wieder durch. Mehr dazu auf der Seite zum Numerus clausus.

Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 3. Oktober 2026. Verbindlich sind nur die offiziellen Informationen: